Rosemarie Bus


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Auf ein Neues

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Wie schön, der nächste Roman von Rosemarie Bus. Um was geht es darin?

Wenn ausgerechnet mitten im Silvestergedöns am Münchner Friedensengel ein Toter mit einem gelben Nylonseil um den Hals gefunden wird, fühlt sich selbstverständlich die Modkommission dafür zuständig. Im voliegenden Fall kommt es zu einer mehr oder weniger ersprießlichen Zusammenarbeit zwischen einem großstädtischen (Volker) und einer provinziellen (Josefa aka Joe) Ermittler(in), da es das Mordopfer kurz vor seinem Ableben unter unbekannten Umständen aus dem bayerischen Hinterland (Bayrischzell) in die Landeshauptstadt verschlagen hat.
Der Tote war ein international renommierter Reproduktionsmediziner, der in diesem versteckten Winkel Oberbayerns eine Kinderwunschklinik mit legendärem Ruf betrieb. Baby-go-home-Rate: 97 Prozent.
Dass sein phänomenaler Erfolg unorthodoxen Methoden zwischen legal, halblegal und illegal zu verdanken war, erklärt den Hass, den einige seiner ehemaligen Patientinnen für den Doktor empfinden. Aber wer ging so weit, ihn deshalb umzubringen?

Wieso „Eisige Engel“? 

Im der Petrischale erzeugte Embryos, die im Kühlschrank bis auf ihre  Weiterverwendung vor sich hin frieren, werden im Englischen frozen angels genannt. Daraus ergab sich die schöne, covertaugliche deutsche Alliteration Eisige Engel.

Wer soll das denn lesen?

Krimifans, sofern sie nicht die detaillierte Beschreibung abgehackter Genitalien, aufgeschlitzter Bäuche und blutverspritzter Wohnzimmerwände erwarten.
Außerdem jeder, der endlich mal wissen wollte, wofür solche geheimnisvollen Abkürzungen wie IVF, ICSI oder IUI stehen, ohne sich deshalb durch eine wissenschaftliche Abhandlung zu quälen – oder wie man Babys machen kann, ohne Sex haben zu müssen. Alles verpackt in einer spannenden Geschichte, die dann und wann auch mal ziemlich komisch sein darf.

Und wo krieg ich das Buch her?

Ab 14. Oktober in allen bekannten Verkaufsstellen, analog und digital.
Eisige Engel von Rosemarie Bus, dtv, 9,95 Euro

 

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Ein Kommentar

Na endlich

Einerseits gibt es die Allroundgenies, die bloggen, twittern, täglich auf facebook posten, journalistische Artikel schreiben und zwischendurch auch noch brillante Bücher verfassen.

Andererseits gibt es die einsamen Kämpfer, die nichts anderes tun als Tag für Tag an einem Buch zu arbeiten. Ausschließlich. So lange, bis es fertig ist. Das kann ein Jahr dauern, fünf oder zehn. Jonathan Franzen schließt sich dafür ein, lässt die Jalousien runter und kappt das Internet.

Ich kann weder das eine noch das andere. Zwischen zu vielen Aktivitäten gehe ich verloren. Mich vom Leben abzuschotten macht mich traurig.

Ich schaue täglich aus dem offenen Dachfenster meines Büros auf die gegenüberliegende Kirche, höre die Glocken und die Kinder im Pausenhof der Schule nebenan, oder ich beobachte Trachtenumzüge, Gärtner mit Laubbläser, Schneestürme, die Stare in den Linden. Alles vom Dachfenster aus.

Das Internet bleibt eingeschaltet, ich könnte ja zwischendurch wissen wollen, was cum/cum deals sind oder wie Damaszener Stahl gehärtet wird. Eine ständige Versuchung, der ich manchmal nicht widerstehen kann, was ich aber erst abends merke. Dann weiß ich alles über, sagen wir mal, den Fifa-Skandal oder die Aufzucht von Lamas. Nur ist leider kein Wort geschrieben.

Das tägliche Pensum hat schon Graham Greene vorgegeben. 5000 Zeichen (okay, manchmal sind es auch 6000), nach deren Verfassung Graham Greene von der Schreibmaschine aufstand und sich einen Gin & Tonic gönnte. Ich stelle den Computer auf Ruhezustand. Dann laufe ich. Ein, zwei, drei Stunden Berge rauf und runter, je nach Wetter und Laune. Manchmal auch nicht. Fernsehen und facebook meide ich, beides löst schlechte Laune aus (all die tollen Menschen, die in der Welt rumreisen und tolle Sachen machen. Seufz.) Bloggen leidet unter der Beschränkung auf 5000 Zeichen. Und keine Ahnung wie Twittern geht, es soll angeblich Spaß machen.

Nur so beende ich in einigermaßen akzeptabler Zeit ein Buch.

Jetzt ist es (bald) wieder so weit.

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In Eisige Engel wird ein berühmte Reproduktionsmediziner, ein Spezialist für künstliche Befruchtung, tot am Münchner Friedensengel gefunden. Aufgrund seiner unorthodoxen Behandlungsmethoden konnte er zwar vielen Eltern den sehnlichst erwünschten Nachwuchs ermöglichen, er hat sich aber auch eine Menge Feinde gemacht. Nicht nur unter den Kollegen. Enttäuschte Mütter, frustrierte Väter und wütende ehemalige frozen angels waren ebenfalls daran interessiert, ihm endlich das Handwerk zu legen. Aber wer von ihnen ging so weit, den Doktor zu ermorden?

Die Handlung spielt wieder in der Region um den Schliersee, zwischen Bayrischzell, Soinsee und Tegernsee. Josefa (Joe) Lautenschlager, die ermittelnde Kommissarin, sieht sich mit einer ganzen Reihe von Verdächtigen konfrontiert – etwa einer betonierenden Künstlerin, einer modisch interessierten Metzgereifachverkäuferin, einem pferdenarrischen Gynäkologen und einer in Hollywood trainierten Stuntfrau. Klar kann auch diesmal die Journalistin Stella Felix ihre Neugierde nicht zügeln. Wie immer höllisch genervt von ihrer noch neugierigeren Mutter Irma.

Erscheinungstermin: 11. November 2016


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„Man liest mit großer Freude“

Endlich kann jeder sich in „Gefährliches Gelände“ begeben. Mein neuer Krimi ist da und ab sofort im Buchhandel (und selbstverständlich im Internet) erhältlich.

„Rosemarie Bus versteht es, aus zwei Handlungssträngen die Handlung voranzutreiben und die Spannung zu steigern,“ schreibt Monika Gierth in einer ersten Besprechung auf der Website der Zeitschrift Kulturvision. „Man liest mit großer Freude, schmunzelt immer wieder, freut sich über die Sprache und Nebenschauplätze.“ Und auch das ist ihr noch wichtig: „Erotik spielt eine maßgebliche Rolle in dem Buch…ohne dass es schmierig wird, eher wird es dadurch ein bisschen frivol und frech.“

ggneu


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Wander-Styling

Mit der Protagonistin meines neuen Romans „Gefährliches Gelände“ teile ich außer dem Beruf (Journalistin) noch zwei andere Macken: eine unordentliche Frisur und eine Vorliebe fürs Wandern im Rock. Zum Thema Haare fällt mir nie etwas ein, aber zum Wander-Styling hier ein paar Geheimnisse aus dem Nähkästchen.
Die Basics:
Wandern
1. Ein Halstuch, das Sonnenbrand am Dekolleté und Unterkühlung verhindert, lang genug, um es, wird es doch zu heiß, um die Hüften zu binden. Vorzugsweise aus Baumwolle. Seide ist zwar schick, sieht aber nach ein paar schweißtreibenden Gipfelstürmen verboten aus.
2. Auch das T-Shirts sollte den Lieblingswaschgang aller Putzteufel aushalten (ab 60 Grad aufwärts). Ein moderater Ausschnitt und kleine Ärmelchen können zwar die gefürchtete Straßenarbeiterbräune bewirken, dafür verhindern sie Brandblasen im Dekolleté und auf den Schultern. Das Design sollte auch in Schwabing nicht als oberpeinlich auffallen. Okay, für den Abend sind Pailletten ziemlich von gestern, aber den Bergen steht ein bisschen Glamour gut.
Was drunter? No Wanderbra
4. Weder Bermudas noch Kniebundhose, keine Jogging-Leggins, überhaupt nichts von dem Zeug, das Sportausrüster als praktisch unters Volk werfen. Ich gehe im Rock wandern, im Styling-Deutsch auch Walking-Skirt genannt. Dabei kommt es auf den Schnitt an. A-Linie, zum problemlosen Überqueren von Stacheldrahtzäunen. Mit zuknöpfbaren Taschen links und rechts für einen 20-Euroschein (Johannisbeerschorle-und-Käsebrot-Geld), die Autoschlüssel und das Handy (man könnte sich ja mal verirren oder abstürzen). Der strapazierfähige, bei 90 Grad waschbare Baumwollstoff, in dem die Engländer schon Indien kolonialisierten, übersteht problemlos Matschlandungen und Felsklettern in Popo-Position. Darin ist man immer tip-top gebügelt auf Klettersteigen unterwegs. Polyester kommt mir in keiner noch so modernen Form an den Körper.
4. Als hartnäckige Rucksackverächterin musste ich in der Vergangenheit immer bei meinen Mitwanderern einen Schluck Wasser schnorren oder bis zur nächsten Hütte dursten. Das hat sich mit diesem genialen Geschenk des Bergfex an meiner Seite erledigt. Ein Gürtel mit Wasserflasche. Ursprünglich erdacht für die Trendsportart Track-Running (also Berge rauf und runter rennen) leistet er auch bei moderatem Tempo gute Dienste. In die knapp bemessenen Taschen passt
all das, was in den Rocktaschen keinen Platz hat, wenn auf längeren Touren ein Apfel und ein Käsebrot mitmüssen. Plus ein paar Traubenzuckerwürfel und Pflaster.
Nicht im Bild: Der ausgemusterte Kaschi mit den Mottenlöchern. An Gipfelkreuzen zieht’s.
Und bei Schauerneigung eine dieser Plastikjacken, die, zur Wurst gerollt, sich ebenfalls um die Hüfte binden lassen. Nass wird man sowieso, egal ob der Regenschutz 400 Euro gekostet hat oder ein Werbegeschenk von einem Immobilienhändler war. Außerdem ist im Regen kein Mensch unterwegs.
5. Last but not least: my beloved Meindls
meindl
Aufmerksame Leserinnen werden das Fehlen eines besonders hippen Accessoires bemerkt haben: Wanderstöcke. Ich hasse die Dinger. Warum, wird vielleicht mal das Thema einer Fortsetzung von Wanderstyling.
Also: Sollten Sie am Grat der Brecherspitze einer nachlässig frisierten Blondine im Wanderrock Platz machen – Sie sind soeben der Autorin bei der Recherche für ihr nächstes Buches begegnet.


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Männer mit Kettensägen

Im Internet wird zu viel gemeckert, heißt es. Da ist was dran.
Andererseits: Wo wenn nicht hier kann man Kritik loswerden, die ansonsten ins Leere laufen würde.
In meinem Roman „Gefährliches Gelände“ treffen sich Joe Lautenschlager und Stella Felix, die beiden Protagonistinnen, gern zu einem Spritz im Strandbad. Weil es zum Sonnenuntergang an einem nicht zu heißen Tag der schönste Platz am ganzen Schliersee ist. Eine gepflegte Liegewiese unter schattigen Bäumen, die Schwäne spazieren zwischen den Badenden, der Sprungturm stammt noch aus den 60er Jahren, am Horizont rollt die Sonne die Huberspitz entlang bis sie ins Wasser plumpst.
Der Kiosk im Strandbad wurde vor ein paar Jahren von ein paar jungen Schlierseern, die sich schon als Skihüttenwirte bewährt hatten, als Location entdeckt und ausgebaut. Seither gibt es eine Thailänderin am Wok, nette Bedienungen und eine Atmosphäre, die auch in Goa nicht lässiger sein könnte. Schliersees It Place.
Jetzt hat das Strandbad wieder geöffnet. Mit einer nicht unerheblichen Veränderung.
„Mir gefällt’s“ sagte einer der maßgeblichen Jungs, als ich meine Beschwerde bei ihm loswerden musste. Nicht nur weil einer der schönsten Bäume direkt am See bis auf einen vier Meter hohen Stumpf einfach abgesägt wurde. Mit den üblichen Begründungen. Die Gemeinde hat das veranlasst, der Baum war krank, Äste (zwei) fielen runter und „dich möchte ich mal erleben, wenn so ein Ast einen Badenden verletzt.“ Warum, wenn Äste runterfallen, gleich der ganze Baum abgesäbelt werden muss, erschließt sich nicht so wirklich. Aber okay. Wäre vielleicht noch einzusehen.
Warum aber der Baumstumpf von einem Mann an der Kettensäge zum „Kunstwerk“ (Originalzitat) geliftet wurde, bleibt das Geheimnis der Beteiligten.
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Eingebettet in die neu errichtete, nur mit Eintrittsgeld zu belegende Lounge (!), dort wo der Baum vorher seinen Schatten verbreitete, sieht das Ganze dann so aus:
Strandlounge
Tut mir leid Leute, ihr habt den schönsten Platz am ganzen Schliersee mit dieser Müllsackästhetik zum Pennälerwitz verhunzt. Einen Platz, den ihr selbst entdeckt und hochgebracht habt. Cool geht anders.


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Das neue Cover

„Das sieht ja aus wie der Baikalsee im Winter, nicht wie der Schliersee im Sommer“, sagte ich über das erste Cover.
Ob der Verlag aufgrund dieses Einwandes oder doch eher wegen Kritik von Seiten der Vertreter das Cover änderte, ist nicht mehr festzustellen.
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Kein Russland mehr, sondern gefährliches Gelände in der oberbayerischen Variante.