Rosemarie Bus


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Nachtrag

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Hildes Kasbrot

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Blick vom Seeberg (in der Mitte grüßt der Chiemsee)

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Eine neugierige Wanderin im Wald

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Verenas Kaffee

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Ein Kommentar

Zur wilden Hilde

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Hildes Alm

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Hildes Aussicht

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Hildes Kühe

Leiderfiel mir zu spät ein, auch Hildes Käsebrot zu fotografieren.
Und Hilde selber? Wird geheim gehalten.
Aber nicht der Weg zu ihr: Am Minigolfplatz in Bayrischzell geht es eine gute Stunde hinauf Richtung Seeberg. Es gibt Kas- und Speckbrot, Holler- oder Johannisbeerschorle und selbstverständlich Bier. Danach hat jeder mit Bayern Frieden geschlossen, sogar politisch empfindliche Norddeutsche.


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Männer mit Kettensägen

Im Internet wird zu viel gemeckert, heißt es. Da ist was dran.
Andererseits: Wo wenn nicht hier kann man Kritik loswerden, die ansonsten ins Leere laufen würde.
In meinem Roman „Gefährliches Gelände“ treffen sich Joe Lautenschlager und Stella Felix, die beiden Protagonistinnen, gern zu einem Spritz im Strandbad. Weil es zum Sonnenuntergang an einem nicht zu heißen Tag der schönste Platz am ganzen Schliersee ist. Eine gepflegte Liegewiese unter schattigen Bäumen, die Schwäne spazieren zwischen den Badenden, der Sprungturm stammt noch aus den 60er Jahren, am Horizont rollt die Sonne die Huberspitz entlang bis sie ins Wasser plumpst.
Der Kiosk im Strandbad wurde vor ein paar Jahren von ein paar jungen Schlierseern, die sich schon als Skihüttenwirte bewährt hatten, als Location entdeckt und ausgebaut. Seither gibt es eine Thailänderin am Wok, nette Bedienungen und eine Atmosphäre, die auch in Goa nicht lässiger sein könnte. Schliersees It Place.
Jetzt hat das Strandbad wieder geöffnet. Mit einer nicht unerheblichen Veränderung.
„Mir gefällt’s“ sagte einer der maßgeblichen Jungs, als ich meine Beschwerde bei ihm loswerden musste. Nicht nur weil einer der schönsten Bäume direkt am See bis auf einen vier Meter hohen Stumpf einfach abgesägt wurde. Mit den üblichen Begründungen. Die Gemeinde hat das veranlasst, der Baum war krank, Äste (zwei) fielen runter und „dich möchte ich mal erleben, wenn so ein Ast einen Badenden verletzt.“ Warum, wenn Äste runterfallen, gleich der ganze Baum abgesäbelt werden muss, erschließt sich nicht so wirklich. Aber okay. Wäre vielleicht noch einzusehen.
Warum aber der Baumstumpf von einem Mann an der Kettensäge zum „Kunstwerk“ (Originalzitat) geliftet wurde, bleibt das Geheimnis der Beteiligten.
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Eingebettet in die neu errichtete, nur mit Eintrittsgeld zu belegende Lounge (!), dort wo der Baum vorher seinen Schatten verbreitete, sieht das Ganze dann so aus:
Strandlounge
Tut mir leid Leute, ihr habt den schönsten Platz am ganzen Schliersee mit dieser Müllsackästhetik zum Pennälerwitz verhunzt. Einen Platz, den ihr selbst entdeckt und hochgebracht habt. Cool geht anders.


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Geraffel in der Natur

Für den Genuss der Bergwelt seien nur wache Sinne nötig, keine Schilder, keine Mitmachangebote, keine Kunst, von schlichten Wegweisern einmal abgesehen, schrieb Georg Etscheit kürzlich in der SZ in einem Artikel über die Schilderitis in den Bergen. Ein Phänomen, das von Tourismusmanagern und Eventconsultants im großen Stil vorangetrieben wird.
Beide Berufe ziehen offenbar Menschen an, die sich nicht vorstellen können, dass man in die Berge geht, um mal nicht auf geteerten oder mit Streukies eingeebneten Wegen unterwegs sein zu müssen. Ebensowenig wie sie verstehen, dass Blümchen am Wegesrand, Vogelzwitschern und Rundblicke von Bergspitzen den meisten Wanderern genügend Unterhaltung bieten, auch ohne Schautafeln, Erlebnispfade oder Sportparcours.
Die Bespaßungsbemühungen für Touristen nehmen in Bayrischzell, das sich als Familiendestination positionieren möchte, verzweifelte Ausmaße an.
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Dieser Gnom (plus einem weiblichem Pendant) in der Größe eines Fünfjährigen soll als Wegweiser in den Bayrischzeller Bergen bei Kindern die Begeisterung fürs Wandern wecken. Auf extrabreiten, eingeebneten Wegen, damit Papi den noch nicht trittsicheren Nachwuchs im Kinderwagen leichter hochrollen kann.
Komisch, unser Sohn hatte beim Wandern am meisten Spaß, wenn er so richtig schön über Felsen kraxeln durfte. Schilder interessierten ihn nicht die Bohne. Das fing bei ihm so ungefähr mit zwei an und hat sich bis heute nicht gelegt.
Tourismusmanager sollten vertraglich dazu verpflichtet werden, mit ihren Kindern als Consultants in die Berge zu gehen, statt sich am Schreibtisch Müll auszudenken.
Schön immerhin, dass die Zielgruppe die Beschilderung kreativ umgestaltet. Hier hat wohl eine Touristenfamilie den Gnom zum Sexualkundeunterricht genutzt.


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Das neue Cover

„Das sieht ja aus wie der Baikalsee im Winter, nicht wie der Schliersee im Sommer“, sagte ich über das erste Cover.
Ob der Verlag aufgrund dieses Einwandes oder doch eher wegen Kritik von Seiten der Vertreter das Cover änderte, ist nicht mehr festzustellen.
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Kein Russland mehr, sondern gefährliches Gelände in der oberbayerischen Variante.


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Das mürrische Mädchen

Auf einem Flohmarkt in Schliersee fiel sie mir zum ersten Mal auf. Misstrauisch schaute sie knapp an mir vorbei. Mit leicht schrägen Augen, als hätte jemand die Haare unter ihrem hohen Hut zu energisch nach hinten gezurrt. Ohne auf ihren Protest zu hören. Du tust mir weh, Mama.
Sie war eindeutig schlecht gelaunt, auch gelangweilt, aber gehorsam. In ihrem Alter saß man nicht gerne stundenlang still. Sie war sechzehn oder sogar noch jünger. Ihr feines blaues Kleid hatte einen Pelzbesatz am Ausschnitt und wenn man genau hinsah, konnte man den Gazeschleier sehen, der ihre Schultern bedeckte und vorne mit einer unauffälligen goldenen Nadel am Kleid festgesteckt war.
Der Verkäufer wollte 20 Euro für den Bildband mit ihr als Cover. Ich war zu geizig. Aber ich merkte mir den Maler. Wozu gab es Google?
Zu dem Zeitpunkt suchte ich für den neuen Roman nach irgendetwas, wofür eine reiche Frau bereit wäre, sehr viel Geld zu zahlen. Nicht eine Yacht oder einen Maserati, kein Kleid von Dior, kein schnell gekaufter Konsumartikel, sondern etwas, so sagt es die reiche Frau im Roman, das „meine Seele berührt.“
Petrus  Christus
Das mürrische Mädchen ist der Star der Berliner Gemäldegalerie. Gemalt um 1470 von dem Niederländer Petrus Christus. Ein kleines Ölporträt auf Eichenholz, nur 29 X 22 cm groß.
Im Museum hängt das „Bildnis einer jungen Dame“ hinter dickem Glas, das erlaubt, ganz nah ranzukommen, um es sich anzusehen, ohne dass gleich die Alarmglocken losgehen oder ein Museumswärter dich zurückscheucht.
Die Kunsthistoriker wissen nicht, wer das Mädchen ist. Die Goldstickerei an der Haube, ihr esquisites Halsband aus schwarzen und weißen Perlen, der weiße Pelz (Hermelin?) alles deutet auf ein reiches Mädchen hin. Vielleicht eine durchreisende Prinzessin, vielleicht eine Patriziertochter, so die Spekulationen.
Eine Mädchen jedenfalls, so meine Spekulation, das kürzlich noch unbeschwert durch die Wiesen und Wälder um Brügge streifte und jetzt festgezurrt unter der Haube ahnt, dass Erwachsensein kein Spaß ist.
Ein Gemälde, für das im Roman die fast reichste Frau Deutschlands 45 Millionen zahlen würde.